LANs
Lokale Netze (Local Area Networks, LAN) zeichnen sich dadurch aus, dass
sie einen
- 'Durchmesser' von wenigen Kilometern besitzen
- Übertragungsgeschwindigkeiten von wenigen Mbit/s bis zu einigen
10 oder gar 100 Mbit/s erlauben,
- von einer einzigen Organisation betreut werden.
Innerhalb eines LANs wird durch geeignete Zugangsverfahren einer Menge
von Rechnern ermöglicht, einen gemeinsamen Übertragungskanal
konkurrierend zu benutzen - ohne dass eine ausgezeichnete Station dabei
die Regie übernimmt (Unger, 1995).
Wie in der Vorbemerkung dieses Abschnitts schon erwähnt, gibt es
abhängig von der Topologie eines LANs verschiedene
Netzzugangsverfahren:
- Zugangsverfahren für Ringstrukturen
- Token Ring
Eine LAN-Technologie nach IEEE-Norm 802.5. Die Technik nutzt ein
gemeinsames Medium und läuft mit 4 oder 16 Mbps auf verdrillten
Kabelpaaren, wobei das Token-Passingverfahren angewandt wird, um den
Zugriff auf das gemeinsam genutzte Übertragungsmedium zu
regeln.
- Contention Ring
Abwandlung von Token Ring wo auf dem leeren Ring nichts übertragen
wird (im Gegensatz zum Token Ring wo immer mindestens das Token
kreist)
- Slotted Ring
Hierbei zirkulieren im Ring einige Behälter (Slots) gleicher
Grösse von denen jeder ein Datenpaket aufnehmen kann. Der
Slotted Ring kann damit jeweils nur
Datenpakete fester Länge transportieren.
- Register Insertion Ring
Zugangsverfahren bei dem mit Hilfe von Schieberegistern in der
Ringankopplung der Stationen, im geeignetem Moment Datenpakete in
den Ring geschoben werden können.
- Zugangsverfahren für Busstrukturen
- Token Bus
Der Token Bus (IEEE 802.4) besitzt grosse Ähnlichkeit mit dem
Token Ring. Es handelt sich im wesentlichen um eine Abbildung eines
Rings auf einen Bus, d.h. jede Station kennt ihre beiden logischen
Nachbarn auf dem Bus.
- ALOHA-Protokoll
Das ALOHA Protokoll geht auf eine Entwicklung der Universität
von Hawaii zurück - daher der Name. Es handelt sich um eine
sehr einfache Version des (CS)MA bei der jede Station sendet, wenn
sie sendebreit ist. Überlappen sich Sendungen verschiedener
Absender, werden alle beteiligten Pakete vernichtet und nach zufällig
gewählter Zeit erneut gesendet.
- CSMA
Im Unterschied zum ALOHA prüft CSMA vor der Sendung ob das
Medium frei ist ('carrier sense').
- 1-persistent CSMA
Hierbei wartet die Station bis der Kanal frei ist und sendet
dann ein Datenpaket. falls eine Kollision mit einem anderen
Datenpaket einer anderen Station auftritt, wartet die Station
eine zufällige Zeitspanne und beginnt von vorn. Das
Protokoll nennt sich 1-persistent weil die Station mit
Wahrscheinlichkeit 1 sendet, wenn der Kanal frei ist.
- non-persistent CSMA
Hierbei wird nicht sofort bei freiem Kanal mit eigenem Senden
begonnen, sondern eine zufällig gewählte Zeitspanne
gewartet. Diese Strategie führt zu einer besseren
Auslastung des Übertragungsmediums.
- p-persistent CSMA
Eine weitere Verfeinerung mit einem zeitlich getakteten Übertragungsmedium
und einer Zugriffswahrscheinlichkeit p auf das Medium. Das
Verfahren liegt damit zwischen 1- und non-persistentem CSMA
- persistent CSMA mit Prioritäten
Wie beim non-persistent CSMA wird eine gewisse Zeit gewartet
falls eine Kollision auftritt, diese ist nun aber nicht zufällig
gewählt, sondern jeder Station ist eine feste (und von
anderen Stationen verschiedene) Verzögerungszeit
zugewiesen.
- CSMA/CD
Dies steht für CSMA with Collision Detection, ist in der Norm
IEEE 802.3 beschrieben und unter dem Namen
Ethernet bekannt. Dabei wird ein
1-persistent CSMA eingesetzt. Das Auftreten einer Kollision auf dem
Übertragungsmedium wird dabei nicht aus dem Ausbleiben einer
Quittung gefolgert, sondern durch simultanes Abhören des Übertragungskanals
während der Sendung eines Pakets. Sobald das gesendete Signal
nicht mit dem empfangenen übereinstimmt, bricht die Station die
Übertragung mit der Aussendung eines Störsignals ab. (Unger,
1995)