Netzwerke im Überblick

Es gibt keine allgemeingültige Taxonomie (Ordnungsschema) in die man alle Rechnernetze einsortieren könnte. Man kann aber zwei wichtige Dimensionen unterscheiden: Übertragungstechnik und Reichweite. Im Groben gibt es zwei Übertragungstechniken:

Broadcastnetze haben einen einzigen Übertragungskanal, der von allen am Netz angeschlossenen Hosts abgehört wird. Datenpakete werden von einer Maschine versendet und von allen anderen gehört. Ein im Paket befindliches Adressfeld gibt den Empfänger an, alle anderen Maschinen ignorieren das gesendete Datenpaket. Ein Beispiel dazu ist Ethernet mit seinem CSMA/CD Verfahren.

Demgegenüber bestehen Punkt-zu-Punkt-Netze aus vielen Verbindungen zwischen einzelnen Paaren von Maschinen. Um von der Quelle ans Ziel zu gelangen, muß ein Paket bei dieser Art von Netz meist mehrere Stationen im Netz besuchen und es sind Routen mit unterschiedlichen Längen möglich, so dass Routing Algorithmen in Punkt-zu-Punkt Netzen eine wichtige Rolle spielen. Als allgemeine Regel - zu der es viele Ausnahmen gibt - gilt, dass sich für kleinere, geographisch enger zusammenliegende Netze Broadcasting und für grössere weiter gestreute Netze normalerweise Punkt-zu-Punkt eignet (Tanenbaum, 1998).

Zusätzlich zu dieser von Tanenbaum vorgenommenen Unterteilung kommen noch die Token-Ring Netze hinzu, bei denen es kein Broadcasting aber auch keine reine Punkt-zu-Punkt Verbindung gibt (vielmehr stellen sie eine Ansammlung von Punkt-zu-Punkt Verbindungen dar, die zufällig die Form eines Kreises haben). Der Zugang zum Medium wird über ein im Ring kreisendes Bit-Muster, das Token (nach einer am. Bus oder U-Bahn Münze benannt) geregelt. Das führt zum Beispiel dazu, das Token Ring Netze echtzeitfähig sind, d.h. es kann eine Zeitspanne angegeben werden, innerhalb der eine sendebereite Stattion spätestens den Zugang zum Medium erhält. Die Warteschlangen-orientierten Punkt-zu-Punkt Netze aber auch die Broadcastnetze können das nicht leisten. (Unger, 1995)