Allgemeines zu Schichtenmodellen

Durch das zunehmende Zusammenwachsen von Datenverarbeitung und Datenkommunikation wurden die Datenkommunikationsprotokolle in den Anfang der 70er Jahre entstehenden Netzwerken immer komplexer und in ihrer Anwendung differenzierter. Dies stellte Entwickler und Anwender vor erhebliche Probleme. Man benötigte ein Referenzmodell zur Einordnung bestehender Protokolle und als Entwicklungsgrundlage für zukünftige Protokolle (Stöttinger, 1989).

Um diese Komplexität in einem überschaubaren Rahmen zu halten, werden die meisten Netze als Reihe von übereinander gestapelten Schichten oder Ebenen aufgebaut. In allen Netzen haben Schichten den Zweck, der jeweils nächsthöheren Schicht bestimmte Dienste anzubieten; diese Schicht aber mit den Einzelheiten der Implementation zu verschonen (Tanenbaum, 1998). Dieses Konzept erinnert an dasjenige welches in der modularen Programmierung Anwendung findet.

Schicht Nr. n auf Rechner A führt ein Gespräch mit Schicht n auf Rechner B. Die dabei einzuhaltenden Regeln und Konventionen werden insgesamt das Protokoll der Schicht n genannt. Die Funktions-Einheiten, die die entsprechenden Schichten der verschiedenen Maschinen enthalten, werden 'Peers' (gleichrangige Partner) genannt. In der Realität werden natürlich keine Daten von Schicht n zu Schicht n übertragen sondern so lange "nach Unten" durchgereicht bis das physische Medium (also "der Draht") erreicht ist, bzw. auf der Empfangseite "nach Oben" durchgereicht bis die Empfänger-Schicht erreicht ist . Eine Gruppe von Schichten und Protokollen wird Netzarchitektur genannt. Eine Aufstellung von Protokollen, die ein bestimmtes System nutzen kann, nennt man Protokollstack (Tanenbaum, 1998).