X.400-MHS

Wie im einleitenden Abschnitt schon erwähnt, ist X.400 das von der ISO genormte Mail-Protokoll aus der OSI-Welt und gehört damit eigentlich nicht zu den Internet-Protokollen. Da es aber seit seiner Spezifikation 1984 neben SMTP existiert (auch in Netzen die Teil des Internets sind) und benutzt wird (vor allem zur Kommunikation zwischen MTAs) soll es hier kurz dargestellt werden.

Genau wie SMTP gehört X.400 der obersten Schicht des OSI-Modells, also der Anwendungsschicht an. Das Konzept der Zweiteilung in MTA und UA existiert auch unter X.400, das Netzwerk der MTAs wird Message Transfer System (MTS) genannt. MTAs können nicht nur Kontakt zu anderen MTAs und zu UAs haben, sondern auch zu sogenannten Acces Units und zu Message Stores. Über Access Units können Mails z.B. über FAX oder Telex ausgeliefert werden, Message Stores erlauben das Speichern über einen längeren Zeitraum. Über die Schnittstelle PDAU (Physical Delivery Access Unit) können Mails auch per 'snail-mail' ausgeliefert werden.

Ein wesentlicher Vorteil des X.400 Konzeptes gegenüber der Internet Mail besteht in Vorkehrungen für das Versenden und Empfangen beliebiger Daten ohne auf ASCII beschränkt zu sein (Scheller, et al. 1994)

Die Adressstruktur von X.400 unterscheidet sich erheblich von der Internet-Mail-Adressierung. X.400 Adressen bestehen aus einer Reihe von Namensattributen. X.400 Mail-Adressen werden auch X.400-O/R Namen genannt (Originator/Recipient). Es gibt Attribute die zwingend vorgeschrieben sind ('C', 'A', 'P', 'S') und nur einmal vorkommen dürfen, andere Attribute dagegen dürfen auch mehrmals vorkommen (z.B. 'OU'=Organisational Unit). Beispielsweise lautet meine X.400 Adresse C=de; A=dbp; P=dvs-nrw; O=gla; S=wefels; G=hans-gerd. Dabei liest sich diese Adresse hierarchisch von links nach rechts (Country, Administrative Domain, Private Domain, Organisation, Surname, Given Name).